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Gnade sei mit Euch und der Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. AMEN

Wir hören den Predigttext aus dem 1. Timotheusbrief im 6. Kapitel (6,12)


„Kämpfe den guten Kampf des Glaubens;

ergreife das ewige Leben,

wozu du berufen bist und

bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.“


Kämpfe den Kampf,

ich hör sie schon rasseln:

die Säbel, die Waffen, die Münder die hassen,

die Fahnen die schwenken, die Henker die hängen,

und all das Getöse der Welt und das Böse.


Wozu soll das Ganze,

ich will doch nur leben,

mich drehen im Tanze,

will schauen, will trauen, auf Liebe und Lust,

auf Schönheit und Freude,

will hier sein und lachen,

mich sehnen nach Augen, die lieben,

und wachen.


Kämpfe den guten Kampf des Glaubens,

was glaub ich,

was will ich, was ist mir heilig,

der Kampf, das Streben, der Sieg und das Heil?

Ich kenn sie, die riefen nach Sieg und Heil,

ich seh sie marschieren und demonstieren,

und kann es nicht glauben, und reibe die Augen.

Sie reden von Menschen, wie von Abschaum,

von Schwemme und Grenzen,

sie reden vom Abendland und sehen die Sonne nicht untergehen,

bei dem was sagen,

ich könnte verzagen.

Was glaub ich,

was will ich,

was ist mir heilig?


Da steht ihr am Anfang von euerem Leben,

Die Kindheit ist peinlich, die Eltern sind kleinlich,

die Schule ach leidlich, What´s app, das ist heilig.

Die Freunde die reden, die lachen und machen,

die Trents und die Mode, Musik, das ist geil.

Und alle die ziehen und zerren,

die zupfen und rupfen,

die wollen euch haben,

besitzen und lenken, da sind so viele,

die wolln für euch denken.


Und Jungs in Anzügen ganz seltsam,

und Mädchen geputzt wie ´ne Braut,

ihr seht euch in Masken, wie auf der Bühne,

hineingesteckt in Schauspieler-Haut.

Nur die Rolle ist noch nicht klar,

die Welt ist ja offen, ganz wunderbar,

doch was offen, ist auch nicht ganz dicht,

man könnte verrückt werden,

keiner da, der spricht:

Was glaub ich,

was will ich,

was ist mir heilig?



Kämpfe den guten Kampf des Glaubens,

das spricht zu dir heut ein Satz aus der Schrift,

was soll das, was will das, was hat das zu sagen,

wer liest das Buch aus vergangenen Tagen?

Hier ist das Leben, das Licht und die Wahrheit,

hier ist Christus und er spricht über Klarheit.

Hier ist Anfang und Ende und Sinn,

hier soll es sein, wo ich ewig bin.


Doch kommt dann der Sonntag, der müde,

werd ich gewahr, der Mühe und Last,

des Lärmen und Tobens,

des Schreien und Hetzens,

der Woche ihrer Hast,

und ich werd schwach des Lobens,

des Beten, dieser Lieder zum Wein.

„Ach ich bleibe daheim.

Ich hab auch so meinen Glauben,

ich muss in die Kirche nicht rein.“



Ich, ja ich, ich, ich, ich, ja ich ich ich.

Immer ich.

Und eh du´s versiehst, da gibt es nur noch das große Ich.

Kein Du, kein Er und auch kein Wir.

Ihr habt es gesehen, die Kirche war leer.

Und da lauf ich daher und predige heute

bleibt doch hier:

Kämpfe den Kampf

und gib nicht auf.

Der Glaube ist es

und er tut gut.

Ja nicht nur dir und diesem „Ich“.

Er ist für Gott,

der zu dir spricht.


Gott hat gegeben dein ganzes Leben,

nicht der Zufall, das Schicksal, die Welt,

nicht dein Vater konnt wählen den Sam´,

was mit dir für ein Pflänzchen kam.

Der Ort, die Zeit, die Leute,

mach die Augen auf und siehe es,

es ist ein Wunder und glaub´s heute.

Er der große Gott, wollte Dich,

jetzt und hier und heute.

Dich wollt er, du Menschenkind,

du Schöner, du Sünder,

du Weltüberwinder.

Das darfst du sein,

ein Kind Gottes

du ganz allein.



Doch frei, ja frei, so wollte er dich.

Kein Sklave, kein Knecht,

keiner, der nur spricht, was man im gesagt,

nicht eine Maschine soll ihn loben.

Frei will er dich mit einem Gewissen,

das fragt und das zweifelt,

das Eigene, das nagt.

Es ist seine Stimme,

die haucht´s dir ins Ohr,

und sein Geist holt die Fragen empor:

Was glaub ich,

was will ich,

was ist mir heilig?



Und frei sollst du finden die Antwort im Leben.

Sollst lieben und rennen,

sollst lernen und streben,

sollst Häuser bauen und Schätze heben,

sollst die Welt mit allen Sinnen ertasten.

Frei sollst du sein, ja frei,

das ist sein Wille.



Doch wie muss der Herr im Himmel leiden,

wenn er den Menschen sieht diese Freiheit vergeuden.

Nicht zum Guten, zum Lachen, zum Leben,

sondern zum Töten, Brennen und Plündern.

Diese Freiheit „Ich“ zu sagen,

ermöglicht der Welt erbärmliche Plagen.

Und dieses „Ich“ steht gegen Gott

und heißt der Welt traurigen Bankrott.


Doch Gott kann diese Welt nicht lassen,

will dich nicht verlieren,

nicht ein Kämpfen mit Hassen.

So sandte er Jesus Christus, seinen Sohn,

der predigte das Reich Gottes, einen anderen Thron,

der nicht besteht durch Macht und durch Geld,

sondern durch Liebe und Gnade und Barmherzigkeit.

Es war Gottes andere Welt von der er sprach,

von der Freiheit zu leben, wie er es gab.

Die Freiheit, die lebte er bis zum Schluss,

auch als sie in banden und schlugen und stachen,

als sie ihn zum Kreuz brachten und seinen Körper brachen.

Doch keinen zwang er zum Glauben, nicht einen.

Niemand drückt Gott unter die himmlische Macht.

Denn Liebe befehlen, gelingt bei keinem.

Doch Liebe allein siegt über die Nacht.


Gottes Liebe ließ Christus auferstehen und

wir haben einen neuen Himmel gesehen.

Dort wo nicht mehr fließen die Tränen

und wir wandeln im Schauen, ja im Sehen.

Frei sollen wir sein Gott zu lieben,

frei sollen wir sein, es am Nächsten zu üben.

Frei sollen wir sein von aller Angst,

wie Christus von des Todes Banden,

wie Menschen, die kennen ihr Ziel,

wie Gottes Kinder, geliebt und gehalten,

wie solche, die Antwort fanden:

Das glaub ich,

das will ich,

das ist mir heilig?


Nun gehet hin im Frieden des Herrn,

dazu diene euch das Ganze,

ihr geht ins Leben,

sollt euch drehen im Tanze,

sollt schauen und trauen auf Liebe und Lust,

auf Schönheit und Freude,

dürft hier sein und lachen,

euch sehnen nach Augen, die lieben

und wachen.


Doch denkt, wo liegt des Herzens Mitte,

wer euch die Freiheit gab, das Leben,

zu wem ihr kommen dürft mit Eurem Dank und Eurer Bitte,

Kämpft den guten Kampf des Glaubens

und euer Streben und euer Weben,

und euer Gehn auf diesen Wegen,

es hat als Ziel das ewige Leben.

Ihr lebet hier und alle Zeit,

auf Gottes Wort in Ewigkeit. AMEN


Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesu. AMEN