Futtern wie bei Luthern

17. September 2017, 16.00 Uhr

Ev. Bonifatiuskirche Treffurt

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Theater und Tafeln


Was wäre die Reformation ohne die Frau? Heute können wir fragen: Was wäre die Kirche der Reformation ohne die Frauen? Sicher ein trauriger Anblick. So wie das schwarze Kloster in Wittenberg, das wohl ein ziemlicher Saustall gewesen sein muss, bevor Katharina dort das Regiment übernahm. Die weibliche Seite der Reformation nimmt die Treffurter Kirchengemeinde im Jubiläumsjahr in den Blick. So wird am 17. September zu einem besonderen Lutherfest eingeladen. Mit dem Theaterstück „Die Tischreden der Katharina Luther“ wird die Berliner Schauspielerin Elisabeth Haug einen Blick auf das Ehe- und Glaubensleben werfen. Nach dem Kammerspiel um 16.00 Uhr in der Bonifatiuskirche lautet die Frage: „Was machte die kluge Lutherin, wenn die ganzen Gäste im Haus Hunger hatten. Was tat sie in ihren Kochtopf? So einfach ist die Frage nicht zu beantworten. Kartoffen und Tomaten gab es noch nicht. Bohnen und Möhren sahen im 16. Jahrhundert anders aus. „Futtern wie bei Luthern“ ist der ergeizige Versuch der Kirchengemeinde nach dem Theaterabend eine Tafel mit zeittypischen Speisen auf dem Kirchplatz zu bereiten. Alle Gäste sind eingeladen mit zu tafeln und die Gemeindeglieder mögen etwas kochen, was Luther schmecken würde.



Rezeptheft zum Download.pdf




Welche Lebensmittel aß man zu Luthers Zeiten?


Getreide in Form von:

Brot vom ganzen Korn

in Hungerzeiten mit Kastanien, Wurzeln, Rüben und kleingeheckselten Stroh gestreck

gemahlenes Mehl sog. Mundmehl für Weißbrot und Brötchen, süßes Gebäck nur für Wohlhabende

Getreidebrei oder -grütze

Mehlspeisen: Küchel und Nudeln


Gemüse:

Sauerkraut !!!

Zwiebeln

Lauch/Porree

Erbsen

Dicke Bohnen/ Puffbohnen

Linsen

Rettich, Pastinake

gelbe Rüben/ Karotten

Kicherebsen

Spargel

Kürbisse, Gurken

Fenchel

Kohlrabi

Rauke/Rucola

neu war gerade der Blumenkohl


Aus dem Wald: Pilze, Bucheckern und Nüsse


Konserviertes:

Getrocknetes, wie Stockfisch

Geräuchertes, wie Schinken

Gedörrtes, wie Obst

Gesalzenes, wie gepökeltes Fleisch

Eingelegtes, wie Kompott

Gebeiztes in Essig oder Wein


Fleisch:

bevorzugt fettes Schweinefleisch

Rindfleisch

dabei wurde das ganze Tier verwertet mit den Innerein (Kesselfleisch)

Hühner, Gänse, Schafe

der Schmalztopf als gehüteter Schatz des Hauses

Wild war nur Herrenspeise, nicht für das Volk

ebenso Wachteln, Sperlinge, Reiher, Kraniche, Fasane und Rebhühner



Heimische Fischarten:

einfache Arten wie Forelle für das Volk

Salzheringe

getrockneter Kabeljau

Hecht, Aal und Barsch als Herrenspeise


Milchprodukte:

Rahm

Butter

Buttschmalz

Käse meist in Form von Frischkäse


Gewürze und Kräuter:

aus dem Garten, wie Schnittlauch, Petersilie und Liebstöckel. BohnenkrautDill, Estragon, Rosmarin, Salbei, Koriander

Knoblauch

teuer importiert: Pfeffer, Safran, Zimt, Muskatnuss


Obst:

Zwetschgen,

Kirschen

Schehen,

Äpfel

Quitten

Birnen

Blaubeeren, Brombeeren, Himbeeren

Erdbeeren

Weintrauben meist als Wein

teuer importiert: Feigen, Datteln, Limonen oder Pomeranzen


Gesüßt wurde in der Regel mit Honig, Zucker war enorm teuer!



Was gab es zu Luthers Zeiten nicht?



Kartoffeln und somit alle deren Produkte: Klöße, Salzkartoffeln, Kartoffelsalat, Pommes…

Tomaten, also auch kein Ketchup

Paprika

Zucchini

Avocado

Brocculi

Wirsing

Chinakohl

Sellerie

Mais

manche Lebensmittel gab es zwar, aber in anderer Form: Die Möhre war zB. gelb, als Bohnen aß man Saubohnen/Puffbohnen

kein Eisbergsalat

exotische Früchte: Bananen, Ananas, Kiwi, Nektarine, Zitrone usw.

Bedenke: Meistens wenig Fleisch, denn es war teuer. Oft gabs Eintopf und Suppe, Sauerkraut und Getreidebrei.